Budget
Was kostet eine Hochzeit 2026 — wirklich?
Setzt euch hin, öffnet ein Spreadsheet, und schreibt auf was ihr wirklich ausgeben könnt. Nicht was ihr ausgeben wollt, nicht was die Eltern beisteuern könnten. Was ihr heute habt plus was bis zur Hochzeit realistisch dazukommt.
Das klingt banal, aber die meisten Budgetprobleme bei Hochzeiten entstehen nicht durch teure Entscheidungen — sondern weil das Ausgangszahl nie klar definiert war. Alle anderen Zahlen auf dieser Seite sind nutzlos ohne diese eine.
Der Durchschnitt — und was er euch sagt
Der Durchschnitt ist eine Orientierung, keine Zielmarke. Eine Hochzeit für 9.000 € kann unvergesslicher sein als eine für 30.000 € — das hängt nicht am Budget, sondern daran was euch wichtig ist. Was die Zahlen euch sagen: Die Gästezahl ist der stärkste Hebel. Zehn Gäste mehr bedeuten 1.000–1.500 € mehr allein für Catering.
Wofür das Geld tatsächlich draufgeht
Location & Catering
Saal, Speisen, Getränke, Service — der größte Posten
Fotograf & Videograf
Wofür ihr euch später am meisten bedankt
Brautkleid & Anzug
Inkl. Schuhe, Accessoires, Änderungen
Trauringe
Je nach Material, Breite und Gravur
Blumen & Dekoration
Brautstrauß, Tischdeko, Kirchenschmuck
Musik & DJ
DJ günstiger als Band, beide brauchen frühe Buchung
Standesamt, Transport, Hotel
Gebühren, Shuttles, Zimmer für Brautpaar
Hochzeitstorte
Mehrstöckig mit individueller Gestaltung
Einladungen & Papeterie
Save-the-Dates, Einladungen, Tischkarten, Menükarten
Gesamt (Richtwert ~50 Gäste)
~17.000 €100 %Richtwerte für Deutschland, Stand 2026. Stark abhängig von Region, Saison und Anbieter.
Die 60-15-10-15-Regel
Grob gesagt landet bei den meisten Hochzeiten: 60 % bei Location & Catering, 15 % bei Outfit & Beauty, 10 % bei Foto & Video, 15 % beim Rest. Wenn ihr früh merkt, dass ihr bei Catering über 60 % seid — dann entweder die Gästezahl kürzen oder woanders sparen.
Wo ihr wirklich sparen könnt — und wo nicht
Nicht jedes Budget-Optimierung fühlt sich gleich an. Manche merkt man am Tag nicht, manche bereut man jahrelang.
✓ Nebensaison: Oktober bis März
spart bis zu 4.000 €Locations, Caterer und viele Fotografen haben klare Nebensaison-Preise — oft 20–30 % günstiger. Dazu: Ihr habt deutlich mehr Auswahl bei Wunsch-Terminen und müsst nicht monatelang warten. Ein November-Samstag kann schöner sein als ein überfüllter Juli.
✓ Wochentag statt Samstag
spart 1.000 – 2.500 €Freitag oder sogar Donnerstag. Viele Locations haben Samstag als Peak-Day mit Mindestabnahmen. Gäste, die einen Urlaubstag nehmen müssen, nehmen das fast immer an — solange ihr ihnen rechtzeitig Bescheid gebt.
✓ Weniger Gäste statt günstigeres Catering
spart 1.500 – 3.000 €Jeder Gast kostet im Schnitt 100–150 € für Essen und Trinken allein. 20 Personen streichen bedeutet bis zu 3.000 € mehr für euren Fotografen, eure Torte oder die Flitterwochen. Qualität schlägt Quantität — fast immer.
✗ Beim Fotografen sparen — das bereut ihr
Fotos sind die einzige Sache, die von eurem Tag übrig bleibt. Ein guter Fotograf kostet 2.000–3.000 €. Ein schlechter kostet 800 €. Die Differenz merkt ihr noch in 20 Jahren. Das ist kein guter Platz zum Sparen.
✓ DIY — dort wo es Spaß macht
spart 200 – 600 €Selbstgemachte Tischdeko, handgeschriebene Platzkarten oder ein persönlicher Willkommens-Korb für Gäste von weiter weg: Das ist stimmungsvoll und günstig. Aber: Kein DIY bei Dingen, bei denen ihr euch nicht sicher seid. Die letzte Woche vor der Hochzeit ist keine gute Zeit für Bastel-Experimente.
Das Elterngespräch — früh und klar
Wenn Eltern oder Schwiegereltern finanzielle Unterstützung anbieten — wunderbar. Aber klärt früh: Ist das ein Geschenk ohne Bedingungen, oder erwartet jemand Mitsprache bei der Gästeliste? Geld schafft Erwartungen, auch wenn das niemand laut sagt.
Führt das Gespräch bevor ihr Zusagen macht — nicht danach. Und plant lieber mit dem sicheren Eigenanteil, bis Externes schwarz auf weiß bestätigt ist.